






Der Schillerplatz ist einer der drei Schmuckplätze des Jahnschulviertels.
Ursprünglich in Trapezform angelegt, wurde 1950 die Platzfläche durch
eine Straße in zwei Dreiecke aufgeteilt.
Selbst die Schwarzweiß-Aufnahme von 1914 läßt die sorgfältige
gärtnerische Gestaltung des Platzes und vor allem deren guten Pflegezustand
erkennen.
An der Ostseite des Platzes ist hinter viel Grün der Bahnhof zu ahnen.
Beim Bau der Eisenbahnstrecke Berlin-Hamburg wurde er 1846 einen Kilometer außerhalb
der Stadt im Stil des Klassizismus errichtet.
Seine eigenartige Insellage zwischen Bahngleisen entstand durch die Anlage einer
weiteren Bahnstrecke diesmal nach Magdeburg.
Das denkmalgeschützte Bahnhofsgebäude, schon beim Bau großzügig
bemessen und später mehrfach erweitert, steht heute teilweise leer.
Um den Bahnhof besser mit der Stadt zu verknüpfen, werden derzeit Pläne
erarbeitet, die Gleise in Richtung Magdeburg auf die Ostseite zu verlegen und
von Westen das Stadtgebiet bis an das Bahnhofsgebäude heranzuführen.
Der Jugendstil, eine durch reiche Pflanzenornamente gekennzeichnete
Baumode des beginnenden 20. Jahrhunderts, hat in Wittenberge die Gestaltung
vieler Bauten beeinflußt. Eindrucksvollstes Beispiel ist das 1906 errichtete
Haus zu den vier Jahreszeiten in der Johannes-Runge-Straße
16. Sein Bauherr, der Malermeister August Brüshaber, variierte beim Schmuck
der Fassade das Thema der Jahreszeiten in immer neuen Bild- und Ornamentformen.
Mit seiner im Originalzustand erhaltenen Fassade stellt das Haus ein über
Wittenberge hinaus bedeutendes Architekturdokument dar.
Das Haus Johannes-Runge-Straße 17 präsentierte sich im Jahr 2000 äußerlich
noch unsaniert. Der nähere Blick zeigt jedoch beispielsweise ein neu gedecktes
Dach und intakte Fenster. Die Sanierung durch den Eigentümer folgt einer vorbildlichen Strategie von innen nach außen:
Nachdem inzwischen alle Wohnungen modernisiert sind, steht für das Jahr
2000 die Rekonstruktion der Vorderfassade auf dem Bauplan.
