



Die Alte Burg ist der Adelssitz in Wittenberge, von denen aus die
Familie Gans die Stadt regierte. Das Fachwerkhaus, für das eine Balkeninschrift
1669 als Baujahr nahelegt, wurde errichtet, nachdem befestigte Vorgängerbauten
derer Gans zu Putlitz unter anderem im 30-jährigen Krieg zerstört
worden waren. Im 19. Jahrhundert diente die Alte Burg als Verwaltungsgebäude
einer Gärtnerei.
Seit 1971 wird hier, im ältesten Wohngebäude der Stadt, die Geschichte
Wittenberges präsentiert zunächst in einem Arbeiter-
und Industriemuseum und seit 1990 im Stadtmuseum Alte Burg.
Nach der überfälligen Sanierung des Hauses im Jahr 1999 ist der Fachwerkbau
mit seiner sehenswerten barocken Treppenanlage ein offenes Haus mit neuem Museumskonzept.
An die Rückseite des Gebäudes wurde ein Aufzugsturm angebaut. Damit
sind auch die Veranstaltungsräume im Obergeschoß für Rollstuhlfahrer
erreichbar.
Die Backstein-Häuserzeilen in der Putlitzstraße geben ein Beispiel
für die kommunale Wohnungsfürsorge in der industriellen Blütezeit
Wittenberges.
Auf dem stadteigenen Burggrundstück, einer ehemaligen Gärtnerei,
ließ Stadtbaurat Bruns 1912-15 insgesamt 185 bezahlbare Zwei- und Dreizimmerwohnungen
mit familiengerechten und funktionalen Grundrissen errichten. Die Mieter wurden
durch die Stadtverwaltung bestimmt.
Eintönigkeit bei den langgestreckten Häuserreihen vermied Bruns durch
eine Vielzahl unterschiedlicher Baudetails. Phantasievoller Einsatz des Backsteinmauerwerks
und individuell gestaltete Eingänge, Balkone und Giebel machen jedes der
24 Häuser unverwechselbar.
Die Gesamtanlage erstreckt sich auch in die Quitzowstraße und die Wahrenberger
Straße. Sie steht seit 1982 unter Denkmalschutz und wird zur Zeit durch
die Wohnungsbaugesellschaft Wittenberge von Grund auf saniert.
